Die BI informiert: Aktueller Planungsstand und Treffen mehrerer Bürgerinitiativen mit MdB Dr. Peter Tauber und Staatssekretär Rainer Bomba

BI gegen eine weitere Bahntrasse durch Kalbach e.V. informiert

Aktueller Stand der Planung der Neubau- bzw. Ausbaustrecke von Hanau – Würzburg/Fulda;  Gespräche mit den bestehenden Bürgerinitiativen

1. Unsere Forderung und die Prüfungen der Bahn

Unsere BI hat seit ihrer Gründung im September 2016 eine Bündelung der neuen Bahntrasse mit der Bestandsstrecke bzw. der A 66 im Raum Flieden bis Fulda gefordert. Grundlage dieser Forderung ist der Regionalplan Nordhessen in dem steht: „Südlich Fulda sind Neubauabschnitte mit der geplanten A 66 zu bündeln.“ Die Variante V, die von der Bahn erst nach der Gründung unserer BI in den Plan der zu überprüfenden Varianten aufgenommen wurde, kommt unserer Forderung am nächsten. Wenn nach der Variante V von Flieden bis nach Fulda die neue Bahnstrecke gebaut würde, wäre unsere Gemeinde nicht mehr von dem Bahnprojekt betroffen. Die Bahn ist ab März/April 2017 auf unsere Forderung konkret eingegangen, indem sie begonnen hat, die technische Machbarkeit der Verlegung der neuen Gleise entlang der vorhandenen Bahnstrecke und der A 66 zu prüfen.

Das Zwischenergebnis der Prüfung: Eine Anbindung der Variante V an die vorhandene Bahnstrecke in Fulda-Bronnzell und eine anschließende Weiterleitung an die Gleise der Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg ist nicht möglich. Als Grund gibt die Bahn an, dass der Abschnitt zwischen Fulda, Bronnzell und Flieden überlastet wäre, wenn sowohl die Züge der Neubaustrecke als auch die der Bestandsstrecke hierüber geführt würden. Jetzt wird die einzige Alternative geprüft, nämlich die Anbindung der Variante V an die Gleise der Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg südlich oder nördlich des Sulzhoftunnels bei Kerzell. Mit der Bezeichnung „südlich des Sulzhoftunnels“ ist im weitesten Sinne eine Anbindung über einen Tunnel im Bereich des Opperzer Berges/Fuldaer Berges nicht ausgeschlossen. Da bedeutet ganz konkret, dass weiterhin die Gefahr besteht, dass die neue Bahntrasse zwischen Neuhof-Opperz und Niederkalbach verläuft.

Da der Mitarbeiter der DB Netz AG während der Arbeitsgruppensitzung „Vorbereitung des Raumordnungsverfahren“ am 23. Juni 2017 unsere Vorstandsmitglieder Jakob Brähler und Karl-Heinz Kaib von diesem Prüfungsergebnis nicht überzeugen konnte und ein anderer Planer in einer Expertise eine Anbindung in Fulda-Bronnzell für machbar hält, werden wir in den nächsten Wochen in persönlichen Gesprächen mit den Planern der Bahn und dem Sachverständigen Dritten diesen strittigen Sachverhalt aufklären.

In der eben genannten Arbeitsgruppensitzung haben wir eine weitere Information erhalten, die uns sehr beunruhigt. Die Variante IV kann für Kalbach gefährlich werden! Die Bahn hat ihre Planungen bei dieser Variante verfeinert und sieht jetzt Folgendes vor: Nach einem sehr langen Tunnel findet etwa zwei Kilometer vor dem Tunnelaustritt eine Aufweitung statt und jedes Gleis wird in einem separaten Tunnel weitergeführt. Über je eine Brücke des Kalbachtals erfolgt die Anbindung zum nächsten Tunnel bis zum Beginn des Einschnitts bei der Bornhecke. Es sind also zwei Brücken über unser schönes Kalbachtal geplant. Mit dieser Lösung wären die Anwesen der Hommelmühle und des Berghäuschens extrem gefährdet. Darüber hinaus muss durch die beiden Brücken mit einer deutlich zunehmenden Lärmbelastung für viele Mittel- und Oberkalbacher Bürger gerechnet werden. Da dann auch viel mehr Züge die bestehende Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg befahren werden, ist insbesondere für die Bewohner der Bornhecke, Ziegelhütte, des Neubaugebiets „Im Sämig/Oberer Sämig“ und weiterer Wohngebiete des östlichen Teils von Mittelkalbach und eines Teil der Wohngebiete von Niederkalbach, bedingt durch den Einschnitt „Fischbachtal“, mit höheren Lärmbelastungen zu rechnen.

In einer Zusammenfassung das alles Entscheidende: Wenn ein Anbindung der Neubaustrecke nicht in Fulda-Bronzell oder im unmittelbaren Bereich des Sulzhoftunnels möglich ist, dann plant die Bahn die Anbindung entweder mit einem Streckenverlauf zwischen Neuhof-Opperz und Niederkalbach und dem Tunnel „Opperzer Berg/Fuldaer Berg“ oder es erfolgt eine Einfädelung der neuen Strecke beim Einschnitt „Bornhecke“ mit zwei Brücken über das Kalbachtal. Deshalb sind wir sehr besorgt. Obwohl noch alles offen ist, stufen wir die Gefahr, dass Kalbach durch die neue Bahntrasse betroffen sein wird, als hoch ein.

2. Gespräche mit anderen Bürgerinitiativen

Die BI pro BrachtTal hatte am 14. Juli 2017 die Bürgerinitiativen aus dem Kinzigtal und dem Landkreis Fulda nach Brachttal eingeladen. An der Besprechung haben von unserer BI Jakob Brähler und Karl-Heinz Kaib teilgenommen. Geplant war ein Resolutionsentwurf, der im Wesentlichen auf Grund der unterschiedlichen Interessenlagen nicht zustande kam.

Zu diesem Treffen waren auch Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und Dr. Peter Tauber, Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises 175, eingeladen. Die Bürgerinitiativen des Landkreises Fulda, mit Ausnahme unserer BI, übergaben den beiden Politikern eine Resolution für die Trasse IV, ab Schlüchtern. Unser Vorsitzender, Jakob Brähler, übergab den Politikern ein Positionspapier und erläuterte die Gründe für die Bündelung der neuen Gleise mit der Bestandsstrecke (Variante V) zwischen Flieden und Neuhof. Interessant ist die Auffassung, die der Arbeitskreis Bahn Neuhof vertritt. In dem übergebenen Positionspapier steht u.a.: „Wir favorisieren die Variante V durch Neuhof als Einhausung (Tunnel) und mit Lärmschutzwänden in Dorfborn und Tiefengruben. … Eine Zustimmung zur Variante I bis IV kann nur erfolgen, wenn eine verbesserte Lärmsanierung auf der Bestandsstrecke sowohl im Kernort Neuhof als auch in den Ortschaften Dorfborn und Tiefengruben zugesichert wird.“

Zur Erklärung der Varianten I bis III: Sie betreffen die sogenannte Spessartquerung. Wenn eine der Spessartvarianten Realität werden sollte, dann sind die Kalbacher Bürger ebenfalls durch eine höhere Lärmbelastung betroffen, weil nämlich auf der Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg dann deutlich mehr Züge fahren als bisher.

Trotz der zum Teil großen Meinungsverschiedenheiten zwischen unserer BI und einigen anderen Bürgerinitiativen werden wir beim nächsten Treffen im August 2017 teilnehmen.

3. Nächste Sitzungen und weitere Vorgehensweise

  • Sitzung der Arbeitsgruppe „Vorbereitung des Raumordnungsverfahren“ am Mittwoch, dem 27. September 2017
  • Sitzung des Dialogforums am Dienstag, dem 24. Oktober 2017
  • Geplante Bürgerversammlung unserer BI im November 2017

Die Vertreter der Bahn haben versichert, dass noch keine Vorentscheidung gefallen ist. Wir sind der Meinung, dass erst nach dem Vorliegen des Lärmgutachtens und den abschließenden Prüfungen über die technische Realisierbarkeit eine genauere Aussage über die mögliche Vorzugsvariante gemacht werden kann. Wir gehen davon aus, dass im Laufe des ersten Halbjahres 2018 eine konkrete Entscheidung über die Antragsvariante für das Raumordnungsverfahren getroffen wird.

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